Archiv der Kategorie 'Vorträge'

Konsum im Kapitalismus zum reinhören

Wann wird ein Mangel an Konsum beklagt, welche Rolle spielt der Konsum damit in unserer Gesellschaft und wie sinnvoll ist Konsumkritik? Der in Freiburg am 5. Dezember stattfindende Vortrag wird diese Fragen in gebührender Ausführlichkeit beantworten.

Was der Referent in aller Kürze zu diesen Fragen zu sagen hat, lässt sich in einem Interview hören, das auf freie-radios.net herunterzuladen ist.

Zur sachlichen Auseinandersetzung um die im Interview behandelten Thesen sind alle Interessierten herzlich eingeladen:

Konsum im Kapitalismus
im jos fritz café, Wilhelmstraße 15/1
am Mittwoch, 5. Dezember 2007, 20 Uhr
Referent: Dr. Decker, Mitautor des Buches „Das Proletariat

Vortrag: Konsum im Kapitalismus

Im Alltag der modernen Gesellschaft hat man sich an Perversionen gewöhnt, die eigentlich leicht zu durchschauen wären. Niemand findet etwas dabei, wenn Experten sich um den Zustand der deutschen Wirtschaft sorgen, weil „trotz guter Exportkonjunktur der private Konsum einfach nicht anspringt“. Man bekommt in solchen Statements nicht nur mitgeteilt, dass die Erfolge unserer Wirtschaft nichts damit zu tun haben müssen, dass die Menschen besser leben. In der geäußerten Sorge, der schöne Konjunkturaufschwung könnte schon bald wieder abflauen, wenn der Konsum nicht endlich anspringt, wird man auch noch darüber aufgeklärt, dass in dieser Wirtschaft der Konsum für die Wirtschaft da ist und nicht die Wirtschaft für den Konsum. Das Verhältnis von Zweck und Mittel, wie es sich vernünftigerweise gehört, steht auf dem Kopf. (mehr…)

Vortrag: Das Geld

Von den vielgepriesenen Leistungen des schnöden Mammons
Einige Wahrheiten über Ware, Geld und Kapital

geldGeld muss man nicht erklären, man muss es haben; das versteht sich von selbst für lebenskluge Zeitgenossen. Wenn es am Geld etwas zu erklären gibt, dann, wie man am besten an möglichst viel davon herankommt; denn: ohne Moos nix los!

Das ist fatal. Denn wer dem unausweichlichen Zwang, Geld zu verdienen, nur die Ermunterung entnimmt, ihm möglichst erfolgreich nachzukommen, der bleibt nicht nur in ein Zwangsystem der gesellschaftlichen Arbeitsteilung verstrickt, das ihm nicht wenig Sorgen aufnötigt. Der macht außerdem den gar nicht so unvermeidlichen Fehler, sich dazu kritiklos affirmativ zu stellen. Da helfen dann auch kein Ärger und keine Beschwerden mehr über den Stress beim Geldverdienen, über das wenig zufriedenstellende Resultat, über die hohen Preise, und überhaupt über das wenige Geld hier und den vielen Reichtum dort.

Wer sich das Geld nicht erklären will, soll über dessen ungleiche Verteilung nicht jammern. Umgekehrt: Wer nicht immer nur über die Sorgen mit dem Geld und seine ungerechte Verteilung klagen will, der sollte sich lieber das Geld und die mit ihm gültig gemachte ganz und gar nicht so vernünftige und sachnotwendige Produktionsweise erklären. Dazu will die Veranstaltung beitragen.

Mi. 07. November 2007, 20h
jos fritz café, Wilhelmstraße 15/1
Dr. Theo Wentzke, Autor des Buchs „Das Geld“

Vortragsreihe Wintersemester 2007/08: Anmerkungen zur Marktwirtschaft

Es geht wieder aufwärts in Deutschland. Nach jahrelang trübem Wirtschaftsklima brummt die Konjunktur – und ist doch nur ein „zartes Pflänzchen“: Was durch all die Kürzungen der vergangenen Jahre erreicht wurde, darf nun auf keinen Fall durch „überzogene Lohnforderungen“ kaputt gemacht werden. Woran man sieht: So ganz fällt eine kräftig wachsende Wirtschaft mit einem Wohlstand der Leute nicht zusammen.

Das Referat Ideologiekritik sieht hier Analysebedarf. In der Vortragsreihe soll geklärt werden, was das Geld, um das es beim Arbeiten wie beim Arbeitenlassen schlussendlich geht, eigentlich ist – unter welchen Bedingungen man überhaupt drankommt – und wofür es ausgegeben wird (und werden soll). Natürlich besteht bei jedem der Vorträge die Möglichkeit zur Diskussion. Für Interessierte bieten wir darüber hinaus im Wintersemester ein Wochenend-Seminar zum kapitalistischen Verhältnis von Arbeit und Reichtum an, für das wir um Voranmeldung bitten. Anmeldungen zum Seminar und alle Arten von Fragen bitte per Mail an studiumgenerale[at]ideologiekritik.net (das [at] muss durch @ ersetzt werden).

Die Vorträge finden jeweils um 20.00 Uhr im jos fritz café, Wilhelmstraße 15/1 statt.


Von den vielgepriesenen Leistungen des Geldes

Mi. 07. November 2007
Dr. Theo Wentzke,
Autor von „Das Geld“

Konsum im Kapitalismus

Mi. 05. Dezember 2007
Dr. Peter Decker,
Autor von „Das Proletariat“

Die (Mindest-)Lohnfrage heute

Mi. 23. Januar 2008
Wolfgang Rössler, Tübingen

Wochenend-Seminar „Arbeit und Reichtum“

16. bis 18. November 2007
im Studierendenhaus, Belfortstr. 24
Lektüre: Arbeit und Reichtum

Vortrag: Der Klimawandel – Produkt des Kapitalismus und Streitobjekt der Staaten, die ihn organisieren

Vortrag und Diskussion am Mittwoch, 18. Juli 2007, 20 Uhr ct im Jos Fritz Café, Freiburg, Wilhelmstr. 15.

Die Wissenschaft berichtet: Die Erderwärmung durch Treibhausgase ist messbar, die Folgen wie Dürren und Überschwemmungen sind katastrophal. Die Medien wissen: Die Erderwärmung geht auf das weltumspannende kapitalistische Wachstum zurück, das seit Jahrzehnten die Atmosphäre als kostenlose Müllkippe nutzt. Was da immerzu wächst, gilt den Meinungsmachern aber so sehr als „unsere“ Wirtschaft, „unser“ Wohlstand, „unser“ Lebensstil, dass sie die kapitalistische Wirtschaft gar nicht in den Blick nehmen, sondern umfassend „den Menschen“ verantwortlich machen: Der Klimawandel ist „anthropogen!“ Die Staaten bilanzieren die nationalen Folgen umgekehrt: Entscheidendes Opfer der Klimakapriolen ist nicht der Mensch, sondern das Geschäft: 330 Mrd. Kosten und Wachstumsverlust hat man allein für Deutschland bis 2050 errechnet.

ErdeDie Lösung des Problems liegt in einem neuen Konkurrenzkampf der Staaten: Wer kann anderen Nationen die Kosten für einen Klimaschutz auf bürden, der die eigene Konkurrenzposition am Weltmarkt nicht schmälert, sondern fördert? Deutsche Exportschlager wie Windräder und Solarzellen werden schon in Stellung gebracht. Während der Mensch, angeleitet durch Talkshows und Printmedien, mittlerweile für jede Flug- oder Autoreise ein Bäumchen pflanzt oder sein schlechtes Gewissen mit einer Spende zur Aufforstung beruhigt, arbeiten die maßgeblichen Verursacher der CO2-Produktion an einem weniger ökologischen Projekt. Die fossilen Energieträger sind nicht nur endlich, sondern durch den weltweiten Antiterrorkrieg der USA endgültig unsicher geworden. Eine weltkrisenfeste Energiebasis der Nation muss her, natürlich im Namen des weltweiten Klimawandels und der betroffenen Menschheit.

Vortrag und Diskussion
am Mittwoch, 18. Juli 2007, 20 Uhr ct
im Jos Fritz Café, Freiburg, Wilhelmstr. 15.

Vortrag: Gehirnforschung

Naturwissenschaftler klären auf über „Geist & Gehirn“, „Bewusstes & Unbewusstes“, „Willensfreiheit & Determination“:

Geben die Ergebnisse der modernen Hirnforschung der Psychologie des Seelenapparates eine naturwissenschaftliche Grundlage?

Vortrag und Diskussion, Mittwoch, 20. Juni 2007, 19 Uhr ct, in der Universitätsbibliothek Freiburg, 1. OG, Übungsraum 7

  • Neuro-Biologen, Mediziner, Physiologen usw. haben bei ihrer Erforschung der „materiellen Grundlagen unseres Bewusstseins“ keine immaterielle Seele, Ich-Instanz oder sonst eine höhere Wesenheiten entdecken können, die nach verbreiteter Auffassung die Gattung Mensch zur Krone der Schöpfung machen. Von der Reaktion der Sinne auf einen Reiz bis hinauf zu den höchsten Formen der Verstandestätigkeit: Alles nur „neuronales Geschehen“, „naturwissenschaftlich zu erklärende Hirnprozesse“!
  • Aber rechtfertigt die Entdeckung, dass im Gehirn die Gesetze von Physik und Chemie regieren, auch gleich das Eintreten für ein „neues Menschenbild“, demzufolge das Gehirn die materielle Wesenheit ist, die als eigenmächtige Instanz alles „determiniert“, was man an Geistigem – Gefühl, Bewusstsein, Wille… – kennt und „Willensfreiheit“, „Selbstbewusstsein“ usw. als purer Schein zu betrachten sind?
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Thesen zu Venezuelas Aufstand im Hinterhof der USA

Venezuela tritt aus IWF und Weltbank aus? Chávez lässt die letzten privaten Ölfelder verstaatlichen und verspricht mehr Lohn für weniger Arbeit, u.a. eine Anhebung des Mindestlohns um 20%? Nach diesen Ankündigungen am 1. Mai droht der Präsident nun einige Tage später auch noch mit der Verstaatlichung der Banken, falls sie nicht einen billigen Aufbau des Landes finanzieren? Ja, steht denn die Welt nun völlig Kopf? Haben wir im unvergleichlich reicheren Deutschland nicht gelernt, dass man mit Lohnverzicht und längeren Arbeitszeiten für die Gemeinschaft einzustehen habe? Pfeifen denn nicht die Spatzen von den Dächern, dass die Globalisierung eine unwiderrufliche Kraft ist, die praktisch automatisch nach schmerzhaften Reformen verlangt? Was macht Chávez da nur?

Ein Glück, dass am 09.05.2007 um 20h im freiburger Jos-Fritz-Café eine Veranstaltung stattfindet, in der genau diese Fragen besprochen werden sollen. In dem Vortrag zum „Linksruck in Lateinamerika: Venezuelas Aufstand im Hinterhof der USA“ sollen genauer diese Thesen verteidigt und die folgenden Fragen beantwortet werden:

Ausgerechnet in der von Washington beanspruchte ‚ureigenen Hemisphäre‘ regt sich Widerstand gegen den ‚globalisierten Kapitalismus’ und seine Agenturen, insbesondere gegen die USA selbst. In Venezuela, dann in Bolivien und Ecuador sind Staatsführer durch die Zustimmung der Massen an die Macht gekommen, die sich gegen die bisher für ihre Länder gültigen Geschäfts- und Herrschaftsgrundsätze verwahren und mit ihren staatlichen Mitteln zur Wehr setzen. Sie brechen mit einer Politik, der sie Verrat an Volk und Nation vorwerfen – und handeln sich damit von den USA entschiedene Feindschaft und von den internationalen Beobachtern heftigste Kritik ein. ‚Undemokratisch‘, ‚machtbesessen‘, ‚rückständig‘ seien sie, so der Tenor; die sozialen Programme, die sie ins Werk setzen, gelten populistisch und als Verschwendung von Staatsgeld; die Eingriffe ins Wirtschaftsleben und das Eigentum als Anschlag auf die ökonomische Vernunft und die heiligen Gesetze freien Eigentums, die doch heutzutage überall auf dem Globus Gültigkeit hätten. Kurz: Die Kritiker entdecken einen Verrat anderer Art – Verrat an den auch für diese Länder gültigen Prinzipien ordentlichen Regierens, deren Sittenwächter und praktische Schiedsrichter auswärts, in den weltentscheidenden Nationen beheimatet sind. (mehr…)

Linksruck in Lateinamerika: Venezuelas Aufstand im Hinterhof der USA

chavez-jubelbildIn Lateinamerika, also ausgerechnet in der ‚ureigenen Hemisphäre‘ Washingtons, lehnt sich in einem wichtigen Öl-Land, das ausgerechnet vorrangig die USA beliefert, eine Regierung mit breiter Unterstützung des Volkes gegen die Vorherrschaft von US-Kapital und US-Politik auf. Von Washington bekämpft, von den hiesigen Medien verurteilt, wird Venezuelas Präsident mit seiner Politik von Globalisierungsgegnern und anderen Linken als neuer Hoffnungsträger für deren Beteuerung gefeiert, dass „eine andere Welt möglich“ ist.

Fragt sich:
Was macht Chávez in Venezuela, dass er bei den einen so verhasst, bei den anderen so beliebt ist?

Vortrag und Diskussion
Am Mittwoch, den 09.05.2007
20h im Jos-Fritz-Café
Wilhelmstr. 15/1, Freiburg

Edit: Der Vortrag wurde mitgeschnitten und kann von der Archiv-Seite des Referats Ideologiekritik oder direkt hier heruntergeladen werden.

Zur Kritik der Soziologie: Das „abgehängte Prekariat“ & die „Unterschicht“

Vortrag am 24.01.2007 in der freiburger Universität.


Die Politik besichtigt die Ergebnisse ihrer Verarmungsstrategie, die Sozialforschung liefert ihr dazu die Daten: Es gibt kein Proletariat und keine Klassen, sondern eine Ansammlung von lauter zufälligen Notlagen.

Die arbeitende Klasse heißt hierzulande nicht so. Schon gar nicht „Proletariat“. Trotzdem weiß jeder, wen es betrifft, wenn Politik und Wirtschaft mit Lohnsenkungen, Niedriglohnmodellen und Hartz-Gesetzen das Wachstum voranbringen. Diejenigen, die allen Grund hätten, laut zu werden, fügen sich still in ihr Los. Die Elite aus Politik und Wirtschaft, Medien und Wissenschaft dagegen liefert sich eine lautstarke Debatte über die neu entdeckte „Unterschicht“ oder das „Prekariat“. Ihr Inhalt: Arme Leute haben kein Problem, sie sind eines. Für den Staat, weil sie bloß kosten; für „die Wirtschaft“, weil die Stütze, die sie kriegen, aus den Lohnnebenkosten bezahlt wird und daher die Lohnkosten belastet; für die staatstragenden Parteien, weil sie entweder gar nicht wählen gehen oder ihr Kreuzchen bei den Radikalen auf der rechten oder linken Seite des Parteienspektrums
machen. (mehr…)

Was will Deutschland, was will Europa auf dem Kriegsschauplatz Naher Osten?

Der Frage „was will die Bundeswehr im Nahen Osten?“ widmet sich ein Vortrag, den Prof. Dr. Margaret Wirth von der Uni Bremen am Mittwoch, den 13. Dezember 2006 in der Uni Freiburg halten wird. Die Diskussionsveranstaltung beginnt um 19h c.t. im Hörsaal 1098.

Um folgende Fragen soll es gehen:

Marineschiff

Deutschland schickt die Marine vor die libanesische Küste. Politiker aller Couleur feiern dies als „historische Stunde“; als bedeutenden Schritt in dem deutsch-europäischen Projekt, maßgeblichen Einfluss auf die Geschicke der Welt zu nehmen – nun auch in Nahost.

Worum geht’s bei diesem Einsatz? Was ist das viel beschworene „Historische“ daran? Wozu sieht sich der deutsche Politik jetzt, nach dem vorläufigen Ende des Waffengangs im Libanon, in dieser Region willens und in der Lage? Warum wollen – nach eigenem Bekunden sogar: müssen – „die Deutschen“ unbedingt diese UNO-Mission mit ihrem Militär zur Durchsetzung verhelfen? (mehr…)

Meta

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