Archiv der Kategorie 'Jour-Fixe'

Kapital-Lesekreis in Freiburg

Was ist eigentlich genau Kapitalismus? Und welche materiellen Interessen kommen in welcher Weise in ihm vor? Um diese Fragen zu beantworten hat ein viktorianischer Denker namens Karl Marx 30 Jahre seines Lebens geforscht. Das Ergebnis kann man in seinem Hauptwerk „Das Kapital“ nachlesen. Zwar haben früher einmal ganze soziale Bewegungen das Buch als eine ökonomische Schrift aufgefasst, die die Prinzipien dieser Wirtschaftsweise korrekt erklärt, an der Uni wird es heutzutage jedoch nirgends noch so gelesen.

K1Grund genug, sich „Das Kapital“ einmal selbst vorzunehmen und die dargebotenen Erklärungen auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen. Zu diesem Zweck wurde ein Lesekreis ins Leben gerufen, der sich 14-tägig in Freiburg trifft, das nächste Mal am Montag, den 23.06. im u-asta-Haus, Belfortstr. 24. Um 18:30h können Interessierte, die das erste Treffen verpasst haben, noch einsteigen.

Die vorherige Lektüre von „Erstes Kapitel: Die Ware; Unterabschnitt 1: Die zwei Faktoren der Ware: Gebrauchswert und Wert“ ist Teilnahmevoraussetzung. Textgrundlage ist Band 23 der Marx-Engels-Werke, derselbe Text ist auch auf der Internet-Seite www.mlwerke.de/me verfügbar. Nach- und Anfragen bitte an Kapital@ideologiekritik.net.

Was von Marx zu lernen wäre

Nämlich alles Nötige zu Arbeit & Reichtum im Kapitalismus

Diskussionsveranstaltung am 4.6. in Freiburg

Linke Parteien zählen den Theoretiker des 19. Jahrhunderts, dessen Gedanken einmal die Welt bewegt haben, zu ihrem Traditionsbestand, seine Schriften aber kennen sie nicht mehr. Marx ist heute ein toter Hund. Um so mehr als man ihn an Universitäten, sofern man sich seiner erinnert, höflich ins geistesgeschichtliche deutsche Erbe eingemeindet – und zwar als einen Großen: Ein großer Philosoph soll er gewesen sein, dem es nach Hegel noch einmal gelungen sei, dialektisch zu denken; ein großer Soziologe, der ein System gebastelt habe, in dem die Gesellschaft von der materiellen Basis bis zum Überbau der Ideen auf ein einziges Prinzip gebracht ist, ein großer Prophet, der die Globalisierung früh vorhergesehen habe, ein großer Utopist, der sich eine schöne bessere Welt ausgedacht haben soll.

der alteDass der Alte selbst, wenn er gefragt würde, nichts von dem genannten Großen vollbracht haben wollte, ja sich dieses Lob verbitten würde, kann seine geistesgeschichtlichen Freunde nicht bremsen.. Sie verzeihen ihm ja sogar, dass er Kommunist gewesen ist. Er selbst sah seine Leistung einzig und allein in dem, was der Untertitel seines theoretischen Hauptwerkes ankündigt: in der „Kritik der politischen Ökonomie“ des Kapitalismus. Marx war, wenn irgendetwas, Ökonom. Die Wirtschaftswissenschaften allerdings haben keine gute Erinnerung an diesen Klassiker, ja eigentlich überhaupt keine. Kein Wunder. Schließlich hat er nicht nur die menschenfeindliche und absurde Rationalität des Wirtschafsystems aufs Korn genommen, das sie so vernünftig finden, er hat auch ihre verständnisvollen Theorien darüber zerlegt. (mehr…)

Der Preis der Marktwirtschaft: Hungersnot 2008

GetreidesortenDie Nachfrage nach Agrarprodukten steigt, das Angebot an Rohstoffen für die Lebensmittelproduktion sinkt – und hunderte millionen Erdenbürger leiden Hungers. Und das zusätzlich zu den ganz normalen Elendsgestalten, die diese Welt sowieso schon bevölkern. Während die bürgerliche Öffentlichkeit darüber rätselt, welche Bedingungen denn nun für die Preissteigerungen verantwortlich sein könnten, möchte das Referat für Ideologiekritik darauf hinweisen, dass anscheinend der Fakt, dass selbst die essentiellsten Lebensmittel einen Preis haben, der ihren Verkäufern einen Profit erwirtschaften soll, Hunger und Elend produziert. Das ist der Preis der Marktwirtschaft.

Diese These möchten wir zusammen mit allen weiteren Rätseln, die diese moderne Hungersnot aufwirft am Montag, den 19.05 besprechen. Die Diskussion findet um 20h im u-asta, Belfortstr. 24 statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Managergehälter – gerecht oder überzogen?

Die Republik zerbricht sich den Kopf, welche Höhe von Managergehältern in Ordnung geht und welche ungerechtfertigt hoch ist. Politiker und Journalisten, Professoren und Besinnungsaufsätze beschäftigen sich mit der Frage „Haben die Manager wirklich so ungeheuer viel verdient?“

In der gegenwärtigen Diskussion ist diese Frage Ausdruck einer moralischen Empörung: Managergehälter lassen sich mit solch einem obszön hohen Abstand zum Arbeitnehmereinkommen nicht mehr rechtfertigen. Sie strotzen geradezu jedem Maßstab, den man sich für die Höhe des Lohnes so denkt. Leistung, Qualifikation und Erfolgstüchtigkeit stünden in keinem Verhältnis mehr zum Einkommen dieser Figuren.

Dieser Skandal, die Löhne würden dem eigentlich guten Maßstab ihrer Bezahlung widersprechen, ist nicht neu. Vielmehr tritt er in unserer Gesellschaft jederzeit und überall auf. Neben der Abweichung nach oben kennt man schließlich Viele – zuallererst sich selbst –, deren Lohn angeblich weit unter dem liegt, was ihren Leistungen, Fertigkeiten oder Erfolgstüchtigkeit eigentlich angemessen wäre.

Wenn allerdings ein jeder die Anwendung des eigentlich gültigen Maßstabs bei der Entlohnung vermisst – könnte es nicht vielleicht sein, dass diese Kriterien im Grunde gar nicht Maß des Lohnes sind? Vielleicht folgt die Entlohnung ja ganz anderen Maßstäben, als all die einleuchtenden und guten, die man so kennt.

Es ist an der Zeit, die Frage, „Warum verdienen Manager so viel und die Arbeitnehmer so wenig?“ einmal ernsthaft zu stellen. Wer statt an moralischer Empörung an einer Klärung dieser Frage interessiert ist, für den besteht eine Möglichkeit, dies in einer gemeinsamen Diskussion zu tun: Am Montag, den 11. Februar 2008 um 20h im u-asta, Belfortstr. 24 trifft sich das Referat für Ideologiekritik und bespricht die Frage „wer verdient warum wieviel?“.

Das Elend in Darfur – Bürgerkrieg in der dritten Welt

Öffentliche Diskussion am Montag, den 28.01.2008 um 20h im u-asta, Belfortstr. 24

Die Welt schaut nach Darfur – und sieht Völkermord, Vertreibungen und andere Gewaltausübungen des sudanesischen Staates. Presse, Funk und Fernsehen fordern eine Intervention, aus Mitgefühl pflichten dem viele Leser und Zuschauer bei.

Die Welt schaut nach Darfur – und will von den Gründen von Gewalt und Armut nichts wissen. Wieso vertreibt der Sudan eigentlich bestimmte Ethnien Darfurs? Wer sind eigentlich die anderen Beteiligten des Konflikts? Und worum kämpfen die Parteien? Wie sah eigentlich die bisherige „Hilfe“ der Staatengemeinschaft für die von 50 Jahren Bürgerkrieg betroffenen Sudanesen aus? Diese Fragen bedürfen einer Antwort, um zu wissen, was den Opfern im Sudan fehlt und wie ihnen zu
helfen wäre.

Hierfür laden wir ein zum Jour-Fixe am Montag den 28.01.2008, um 20h im u-asta, Belfortstr. 24.

Jour Fixe: Generation Praktikum

GenerationPraktikumAuch ein Teil der zukünftigen Elite muss heutzutage froh sein, überhaupt einen Arbeitsplatz zu haben – und sei er auch noch so schäbig. Berufsanfänger mit Hochschulstudium dürfen sich in Praktika erst einmal ohne Bezahlung oder bestenfalls gegen ein paar 100 Euro Taschengeld nützlich machen, bevor man ihnen eine bezahlte Stelle anbietet – oder auch nicht. Was man aus diesem Umstand und seiner Bezeichnung in den Medien als Ausbeutung über Zweck und Mittel moderner Unternehmen im 21. Jahrhundert, über die Rolle der hiesigen Elite und über zivilgesellschaftlichen Widerstand lernen kann ist Thema der

Diskussion des Referats Ideologiekritik des u-asta
am Montag den 22.10.2007, 20h im u-asta, Belfortstr. 24.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Diskussionsgrundlage ist der .rtf-Text
Noch ein Fall von „arm trotz Arbeit“

Jour Fixe: Was ist am G8-Gipfel zu kritisieren?

Öffentlicher Diskussionstermin am 04. und 11. Juni um 20h in der Belfortstr. 24, u-asta-Haus der Uni Freiburg.

hauptsachheiligendammAnfang Juni treffen sich die Staats- und Regierungschefs der G 8 in Heiligendamm. Es ist für niemanden ein Geheimnis, dass es sich dabei um die Repräsentanten der mächtigsten und wirtschaftlich stärksten Staaten handelt, deren weltweites Wirken etliches an Verelendung und Schäden anrichtet. Mit gutem Grund mobilisieren daher verschiedene Organisationen zum Protest.

Unter den vielen Aufrufen finden sich Vorwürfe wie die folgenden:

„Die GipfelteilnehmerInnen repräsentieren die acht mächtigsten Staaten der Welt, die daran teilhaben, die globalen Probleme erst zu produzieren, für die sie dann vermeintliche Lösungen beschließen. Sie sprechen von ‚Global Governance‘ und ‚humanitärer Intervention‘, ‚Stärkung der Zivilgesellschaft‘ und ‚friedensbildenden Maßnahmen‘, doch in Wirklichkeit nutzen sie gnadenlos das Recht der Stärksten, um eine Weltordnung zu schaffen, die ihrem Machterhalt und kapitalistischen Profitinteressen dient.“ (G 8 blockieren, Kriege verhindern! Aufruf zum Aktionstag am 5.6.2007 in Rostock-Laage.)

Wer seine Kritik an den G 8 so anfängt, rechnet mit den Mächtigen ab. Wer so argumentiert, ist mit ihnen fertig und erteilt ihnen eine Absage, weil ihm klar ist, dass das, was die G 8 alles anrichten, kein „kurzsichtiges Handeln“, keine Pannen, keine Versehen sind, sondern Resultate ihrer Politik und des Wirtschaftssystems, das sie weltweit durchgesetzt haben.

Dann verbietet sich aber jede Forderung, jeder Antrag an die G 8, sie sollten ihre Politik ändern. Dann ist jede Alternative fehl am Platze, die diesen 8 Staaten die Zuständigkeit für die Besserung der Welt zuspricht. Zu einer solchen Einsicht passen keine Verbesserungsvorschläge mehr, sondern dann folgen daraus die Fragen:

Woher haben die G 8 ihre Macht und wer kann was gegen diese Macht tun? (mehr…)

Jour Fixe: Schon wieder eine Gesundheitsreform

Der Jour Fixe des Referats Ideologiekritik am 14.05.2007 findet wie immer um 20h im u-asta-Gebäude, Belfortstr. 24 statt. Das Thema ist

Gesundheit im Kapitalismus: Wie geht die politische Ökonomie der Wachstumsbranche Volksgesundheit?

Der Staat lässt sein Volk durch ein Gesundheitswesen umfassend medizinisch betreuen. Dass er sich um die Volksgesundheit kümmert, wird ihm hoch angerechnet, weil jedermann auf Gesundheit aus ist; denn wenn die leidet, leidet in dieser Gesellschaft regelmäßig mehr als nur das Wohlbefinden. Also geht es dem Staat mit seiner Sorge um den Gesundheitszustand des Volks und den Volksmitgliedern mit ihren Sorgen bezüglich der eigenen körperlichen Befindlichkeit auch um mehr.

Das Gesundheitswesen muss, so will es der Staat, wie alles in dieser Gesellschaft bezahlt werden. Das erlegt der Staat der Mehrheit seines Volks als Pflicht auf, die sie mit Zwangsbeiträgen zu den Kassen zu erfüllen hat. Er geht nicht zufällig davon aus, dass sie sich diese Kost von sich aus nicht leisten kann und will. Also sorgt er dafür, dass das Gesundheitswesen bezahlbar wird, und stiftet die notwendige Finanzmasse – zu Lasten der Einkommen seiner Bevölkerung.

Die Kosten, die aus diesem so gestifteten Gesundheitsfonds finanziert werden müssen, sind nicht gering. Auch dafür sorgt der Staat. (mehr…)

Jour Fixe fällt aus!

An den beiden kommenden Montagen, den 30.04. und 07.05.2007 muss der Jour Fixe leider entfallen. Am 09. Mai findet im Jos-Fritz-Cafe um 20h dafür die Veranstaltung „Linksruck in Lateinamerika: Venezuelas Aufstand im Hinterhof der USA“ statt. Die nächste Gelegenheit, in kleiner Runde im Gebäude des u-asta zu diskutieren ergibt sich am Montag, den 14.05.2007 um 20h.

Wer bis dahin nicht völlig untätig sein möchte, dem sei ans Herz gelegt, was Farther Oblivion zu der Sorte von Solidarität unter Arbeitnehmern zu sagen hat, die ihren Schaden gleichmäßig untereinander aufteilen, anstatt ihn zu bekämpfen.

Jour Fixe: Gesundheitsreform

Das Referat Ideologiekritik wird dieses Semester wieder viele Gelegenheiten bieten, sich zu den aktuellen Themen aus Wirtschaft und Politik Klarheit zu verschaffen. Vor allem der regelmäßige Termin, auch „Jour Fixe“ genannt, lohnt sich, um in kleiner Runde die brennendsten Fragen zu klären.

Der erste Jour Fixe des Sommersemesters 2007 am Montag, den 23. April wird sich mit der aktuellen Gesundheitsreform befassen. Um Grund und Ziel der neuen Gesundheitsreform zu verstehen soll dabei auch das grundsätzliche Prinzip unseres Gesundheitswesens untersucht werden. Als Einstieg eignet sich der Artikel „Wachstumsbranche Volksgesundheit“ in
der Zeitschrift „Gegenstandpunkt 1-07″. Wir treffen uns um Punkt 20h im u-asta in der Belfortstr. 24.

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