Vortrag: Gehirnforschung

Naturwissenschaftler klären auf über „Geist & Gehirn“, „Bewusstes & Unbewusstes“, „Willensfreiheit & Determination“:

Geben die Ergebnisse der modernen Hirnforschung der Psychologie des Seelenapparates eine naturwissenschaftliche Grundlage?

Vortrag und Diskussion, Mittwoch, 20. Juni 2007, 19 Uhr ct, in der Universitätsbibliothek Freiburg, 1. OG, Übungsraum 7

  • Neuro-Biologen, Mediziner, Physiologen usw. haben bei ihrer Erforschung der „materiellen Grundlagen unseres Bewusstseins“ keine immaterielle Seele, Ich-Instanz oder sonst eine höhere Wesenheiten entdecken können, die nach verbreiteter Auffassung die Gattung Mensch zur Krone der Schöpfung machen. Von der Reaktion der Sinne auf einen Reiz bis hinauf zu den höchsten Formen der Verstandestätigkeit: Alles nur „neuronales Geschehen“, „naturwissenschaftlich zu erklärende Hirnprozesse“!
  • Aber rechtfertigt die Entdeckung, dass im Gehirn die Gesetze von Physik und Chemie regieren, auch gleich das Eintreten für ein „neues Menschenbild“, demzufolge das Gehirn die materielle Wesenheit ist, die als eigenmächtige Instanz alles „determiniert“, was man an Geistigem – Gefühl, Bewusstsein, Wille… – kennt und „Willensfreiheit“, „Selbstbewusstsein“ usw. als purer Schein zu betrachten sind?
  • Ergibt die uralte psychologische Frage nach den im menschlichen Seelenapparat verborgen liegenden Mächten und Kräften mehr Sinn, wenn die modernste wissenschaftliche Antwort auf sie lautet: „Verschaltungen legen uns fest“?
  • Und was taugen Einwänden gegen das Konstrukt der „biologischen Determiniertheit des Menschen“, die mit dem „Plädoyer für die Freiheit“, für „die Größe und Einzigartigkeit des Menschen“ dem traditionelle Wertehimmel, dem Glauben an Gott oder den ans ‚Es‘ und ‚Über-Ich‘, das Recht, die Moral, die Sittlichkeit und überhaupt alles, was ihnen heilig ist, die Stange halten?
  • Über Feuilletons und ‚Spiegel’ schließt auch das breitere intellektuelle Publikum Bekanntschaft mit den „provozierenden Thesen eines neuen naturwissenschaftlichen Menschenbildes.“ Selbstverständlich nicht, um sich näher mit dem Rätsel einer Naturwissenschaft zu befassen, die für die Stiftung eines Menschenbildes gut ist, sondern um ebendieses – irgendwie – „interessant“ zu finden: Mitten in einer Welt, in der höchst reale und sattsam bekannte Mächte dem Willen Grenzen ziehen, wird munter darüber spekuliert, ob etwas und was genau dran sein möchte an der Vorstellung einer unbekannten Macht im Oberstübchen, die uns vortäuscht, wir wären Herr über uns selbst und hätten alles im Griff.

    Fragt sich schon, wer da wem was vortäuscht.

Vortrag und Diskussion
mit Dr. Melcok (Red. Gegenstandpunkt)
Mittwoch, 20. Juni 2007, 19 Uhr ct
in der Universitätsbibliothek Freiburg,
1. OG, Übungsraum 7

p.s. Hier gibt es eine Diskussion zum freien Willen, in der exemplarisch einige der Argumente gegen Willensfreiheit zur Sprache kommen.


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