Jour Fixe: Schon wieder eine Gesundheitsreform

Der Jour Fixe des Referats Ideologiekritik am 14.05.2007 findet wie immer um 20h im u-asta-Gebäude, Belfortstr. 24 statt. Das Thema ist

Gesundheit im Kapitalismus: Wie geht die politische Ökonomie der Wachstumsbranche Volksgesundheit?

Der Staat lässt sein Volk durch ein Gesundheitswesen umfassend medizinisch betreuen. Dass er sich um die Volksgesundheit kümmert, wird ihm hoch angerechnet, weil jedermann auf Gesundheit aus ist; denn wenn die leidet, leidet in dieser Gesellschaft regelmäßig mehr als nur das Wohlbefinden. Also geht es dem Staat mit seiner Sorge um den Gesundheitszustand des Volks und den Volksmitgliedern mit ihren Sorgen bezüglich der eigenen körperlichen Befindlichkeit auch um mehr.

Das Gesundheitswesen muss, so will es der Staat, wie alles in dieser Gesellschaft bezahlt werden. Das erlegt der Staat der Mehrheit seines Volks als Pflicht auf, die sie mit Zwangsbeiträgen zu den Kassen zu erfüllen hat. Er geht nicht zufällig davon aus, dass sie sich diese Kost von sich aus nicht leisten kann und will. Also sorgt er dafür, dass das Gesundheitswesen bezahlbar wird, und stiftet die notwendige Finanzmasse – zu Lasten der Einkommen seiner Bevölkerung.

Die Kosten, die aus diesem so gestifteten Gesundheitsfonds finanziert werden müssen, sind nicht gering. Auch dafür sorgt der Staat. Denn die Betreuung der Volksgesundheit nährt nicht nur besser gestellte medizinische Stände, die sich mit ihren Diensten nach politischen Vorgaben an dieser Finanzmasse bedienen. Sie bereichert auch national bedeutsame und geschätzte geschäftliche „Wachstumsbranchen“: eine Apparate- und Pharmaindustrie, die längst dem nationalen Rahmen entwachsen sind und als ‚global player’ mit ihren Innovationen’ den Standort Deutschland voranbringen.

Jetzt hat der staatliche Veranstalter wieder einmal eine große Gesundheitsreform beschlossen. „Unser Gesundheitssystem“ ist nach offizieller Auskunft nämlich einfach zu teuer – für wen, ist keine Frage: Für die Kassen, die mit ihren Einnahmen nicht nachkommen, für die Wirtschaft, die unter den Lohnkosten leidet, und damit überhaupt für den Standort Deutschland. Eine der „reichsten Gesellschaften der Welt“ kann sich also, das der gültige Standpunkt, die Pflege der Gesundheit der Bevölkerung so nicht mehr leisten. Andererseits soll sie sein; und Verdienst und Wirtschaftswachstum stiften soll der Bedarf nach „Gesundheit“ weiterhin schon gleich. Das alles will also bedacht sein, wenn die politischen Organisatoren dieses Gesundheitswesens sich an seine „Effektivierung“ machen. Dementsprechend fällt sie aus.

Warum das gepriesene wie kritisierte Gesundheitswesen zugleich unentbehrlich und immer zu teuer ist, was Grund und Ziele sowohl dieses Wesens überhaupt als auch seiner aktuellen Reform sind, das ist Thema des Jour-Fixe am 14.05.2007 um 20h im u-asta-Gebäude, Belfortstr. 24.

Außerdem werden die noch offenen Fragen und Einwände zu Chavez‘ Venezuela ausdebattiert.


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