Feindbild Islam

Die dritte Veranstaltung in der Reihe „Deutschland und der Anti-Terror-Krieg“ findet am Mittwoch, den 31. Januar 2007, 20 Uhr ct im jos fritz café in der Wilhelmstraße 15/1 statt.

Muslime, die als Gastarbeiter, Studenten oder sonst wie auf deutschem Boden leben, sind ins Visier der Zielfahnder geraten. Ihr Glaube an Allah und die Verehrung seines Propheten macht sie nach dem Urteil deutscher Staatsschützer anfällig für antiwestliche Einstellungen. Ja, mehr noch: Gerade die familiäre und religiöse Privatsphäre von Muslimen, auf deren Freiheit sich die Demokratie sonst in Absetzung von „Diktaturen“ so viel zugute hält, steht bei herrschenden Demokraten und deren Ausländerfeindlichem Fußvolk in Verdacht, Brutstätte einer Gesinnung zu sein, die in letzter Konsequenz zum islamischen Terrorismus führen soll.

Gegen den führt Deutschland am Hindukusch und anderswo an der Seite der USA Krieg. Denn vom islamischen Terrorismus sieht sich der gesamte Westen gemeinsam betroffen und bekämpft ihn daher als einen gemeinsamen Feind.

Was der will und warum er die Weltherrschaft des Westens unerträglich findet, interessiert nicht. Denn statt einer Erklärung der Gründe für die Feindschaft macht man sich ein Bild vom Feind, das ihn böse, gefährlich, in jeder Hinsicht vernichtungswürdig zeichnet – und so den Vernichtungswillen der eigenen Seite ins Recht setzt.

Feinde haben keine verstehbaren Ziele, sondern handeln aus unsinnigen, fanatischen Gesinnungen heraus – und dieser ganz besonders: Der islamische undamentalist folgt falschen Werten einer „intoleranten und unaufgeklärten Religion“ und ist voller Ressentiment gegen „unserenschönen Westen“, gegen den kein vernünftiger Mensch etwas haben können soll. Wenn auch, wie eingeräumt wird, nicht alle Muslime gleich Terroristen sind, soll in ihrer Religion doch eine Gefahr lauern.

„Wir“ müssen ihre Koranschulen überwachen, Kopftuchträgerinnen zur Toleranz gegen unszwingen, und der ganzen muslimischen Welt die Aufklärung und ein modernes Religionsverständnis beibringen – vielleicht nicht gleich durch die Mithilfe von US-Marines, jedenfalls aber wirkungsvoll. Das Bild der verkehrten, gefährlichen Religion ist leicht zu haben: Man muss den Islam nur mit dem Gottesglauben des christlichen Abendlands vergleichen – und schon sieht jeder: Der ist anders, fremdartig, bedrohlich! „Unser“ Glaube ist unpolitisch, tolerant, aufgeklärt, der muslimische ist finster, intolerant, politisch.

Was dran ist an diesem Vergleich, soll auf der Veranstaltung ebenso erläutert werden, wie der Widersinn eines aufgeklärten Glaubens, auf den man hierzulande stolz ist.
Darüber hinaus ist zu klären,

  • warum den abweichenden Sitten der Muslime die Toleranz – angeblich eine der höchsten Errungenschaften der Demokratie – aufgekündigt wird,
  • was bei ihnen im Zeichen der -Integration- durchgesetzt werden soll,

  • warum hierfür Deutschkurse, Einbürgerungstests, islamischer Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, Deutschpflicht auf Schulhöfen und in Moscheen, deutscher Gesinnungs-TÜV für muslimische Prediger, aber auch Abschiebungen angesagt sind.


Vortrag und Diskussion mit Wolfgang Rössler (Redakteur Gegenstandpunkt) Mittwoch, 31. Januar 2007, 20 Uhr ct im jos fritz café, Wilhelmstraße 15/1.


1 Antwort auf “Feindbild Islam”

  1. 1 karsten 27. März 2007 um 18:28 Uhr

    Man kann sich nur wundern, wenn man solche artikel liest… Habe ich was verpasst? In meiner welt sind es leider fast ausschließlich islamisten, die bomben werfen und attentate verüben. Deswegen ist es wohl völlig natürlich, daß das von unseren politikern (und die machen ja sonst wirklich genug falsch) ausgesprochen wird und „der staat“ wenigstens einmal etwas genauer hinsieht.
    Möchte jemand wirklich abstreiten, daß „die ausländer“ mit islamischen intergrund (also meist türken, araber, usw.) sich abgrenzen, regelrecht abschotten und oft keinen kontakt zu deutschen wünschen, ja oft nichteinmal deutsches essen auch nur probieren?
    Es ist geradezu komisch, dafür anderen die schuld zuschieben zu wollen… Vielleicht sind viele, die das aus linkslastiger gruppenzwangsideologie heraus tun, einfach nur zu unerfahren. Dabei hilft ein blick über den tellerrand hinaus jenseits der üblichen blätter, sender und sites.
    Mal ganz offen: viele dieser „islamisten“ benehmen sich hier bei uns in einer christlich orientierten gesellschaft (nein ich bin nicht gläubig, aber wir haben (noch) christliche werte hier bei us im land) vol daneben. Ein integrationswunsch ist überhaupt nicht vorhanden und dann gibt es tatsächlich noch einheimische (also deutsche), die bei solch einer situation die schuld bei sich selbst oder der „deutschen gesellschaft“ suchen. Das ist wirklich absurd, traurig und kontraproduktiv.
    Wenn wir aller welt nur immer noch weiter entgegenkommen, wird es uns irgendwann nicht mehr geben, weil wir uns und unsere werte einfach aufgegeben, ja abgeschafft haben.
    Da gäbe es noch seitenweise gedanken drüber zu schreiben…
    Und wer jetzt glaubt, in mir einen rechten erkannt zu haben: Hallo, werd mal richtig wach und mach die augen auf!
    (den letzten satz konnte ich mir wirklich nicht verkneifen :o ) )

    Liebe grüße an alle

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