„Der Kriegszustand ist möglich“

In der FrankfurterAllgemeineSonntagszeitung erschien am 5.Februar ein Artikel unter dem Titel „Der Kriegszustand ist möglich“.
Es handelte sich dabei um ein Interview mit dem Weißrussischen Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch.
Bemerkenswerterweise verliert Milinkewitsch kein einziges Wort über sein Staatsprogramm für Weißrussland, abgesehen davon, dass er sich ein neutrales Weißrussland wünsche.
Milinkewitsch bittet lediglich um mehr Einflussnahme der EU zu seinen Gunsten:

Man muß die freien Medien unterstützen, ein Auslandsradio, aber auch freie Zeitungen[…]
Wichtig sind auch Jugendaustausch und Programme zum Schutz politisch verfolgter

Milinkewitsch behauptet zu wissen, dass die kommende Wahl „nicht demokratisch“ ablaufen werde.
Den Beweis bleibt er zwar schuldig, weiß aber schon wie die Wahl ausgehen wird:

Und er[Lukaschenko] will immer mehr als 70%

Weiterhin malt er sich dann ein Umsturzszenario aus:

Wer für Freiheit nicht kämpft, zu dem kommt sie nicht.
Ich will nicht, daß in Weißrussland Blut fließt, und tue alles dafür, daß das nicht geschieht.
Aber wenn wir nicht kämpfen werden wir immer in Knechtschaft leben.
[…]
Ich weiß, daß […] Lukaschenka diesen Protest grausam unterdrücken wird.
Aber das wird der Anfang vom Ende sein.
[…]
Auch bei uns kann man sich einen Kriegszustand vorstellen

Angesichts der zu erwartenden 70% Stimmen für Lukaschenka soll man also dem hoffnungsvollen Präsidenten in Spe nach eigenen Worten einen Aufstand, blutige Unterdrückung desselben und Eskalation bis zum Bürgerkrieg wünschen, auf das der demokratisch rechtmäßige Kandidat – also er – sein Amt ausführen darf.
Ob die Weißrussen das wohl am dringendsten vermissen?


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